Bistumsgeschichte

Chronik des Bistums Freising und Erzbistums München und Freising

um 600        
archäologisch nachgewiesene erste Kirche in Aschheim bei München


7./8. Jh.        
Wirken iroschottischer (bzw. irofränkischer) und angelsächsischer Missionare in Bayern. Gründung zahlreicher Klöster durch Herzog und Adel (zunächst Misch-, dann Benedikt-Regel; z.B. Tegernsee, Schäftlarn, Ilmmünster). Errichtung vieler Kirchen durch Grundherren ("Eigenkirchen")


um 700         
Wirken des hl. Rupert in Salzburg


715/6            
Reise des Bayernherzogs Theodo nach Rom. Plan zur Errichtung einer bayerischen Landeskirche (nicht ausgeführt)


um 730         
Tod des hl. Korbinian in Freising


739               
kanonische Errichtung der altbayerischen Bistümer (Freising, Passau, Regensburg, Salzburg) durch den hl. Bonifatius im Auftrag Papst Gregors III.


788               
Ende der Agilolfinger-Herrschaft (Absetzung Tassilos III. durch Karl d.Gr.)


790               
Verzeichnis der Schenkungen bayerischer Herzöge und Adeliger an die Salzburger Bischofskirche ("Notitia Arnonis"), mit u.a. 67 Eigenkirchen; Grundlage für die Besitzbestätigung durch Karl den Großen


798               
Errichtung der Kirchenprovinz Salzburg (mit Freising, Passau, Regensburg, Säben [später: Brixen])


824               
Anlage des Verzeichnisses der Schenkungen an die Freisinger Bischofskirche ("Freisinger Traditionen"), zurückreichend bis 744; darin Ersterwähnung zahlreicher Orte und Kirchen


10.-13. Jh.    
Ausbildung der weltlichen Herrschaft der Bischöfe (Fürst-Bischöfe)


1220
Kaiser Friedrichs II. "Confoederatio cum principibus ecclesiasticis". Hochstift Freising: Stadt Freising, Herrschaft Burgrain, Grafschaft Ismaning, Grafschaft Werdenfels;


1284
erstes Vorkommen des „Freisinger Mohren” als Hochstifts-Wappen. Erzstift Salzburg: u.a. “Rupertiwinkel”, Stadt Mühldorf


11./12. Jh.    
Entstehung der Chorherren-Orden mit Seelsorge-Zielsetzung: Augustiner-Chorherren (gegründet im 11. Jh.; seit 1073 in Rottenbuch, 1108 in Berchtesgaden, 1111 in Baumburg, 1140 in Schlehdorf, 1141 in Schliersee), Prämonstratenser-Ordens (gegründet 1120; seit 1140/42 in Schäftlarn und Neustift)


1098             
Gründung des Zisterzienser-Ordens (seit 1263 in Fürstenfeld)


1122             
Wormser Konkordat über die Bestellung der Bischöfe (Beilegung des Investiturstreits seit 1075): Bischofswahl durch das Domkapitel


1215             
Errichtung des Salzburger Eigenbistums Chiemsee


13. Jhdt.
Entstehung der Bettelorden: Dominikaner (bestätigt 1216; seit 1271 in Landshut), Franziskaner (bestätigt 1223; seit 1253 in München), Karmeliten (bestätigt 1247; seit 1629 in München), Augustiner-Eremiten (errichtet 1244/56; seit 1291 in München)


1315             
Beschreibung des Bistums Freising im Auftrag von Bischof Konrad III. dem Sendlinger ("Konradinische Matrikel"): erste Strukturübersicht mit Nennung aller Kirchen, Pfarreien, Dekanate und Archidiakonate


1414-18        
Konzil von Konstanz; nachfolgend Bemühungen um Kirchenreform


15. Jhdt.
Neubau und -ausstattung zahlreicher Kirchen


1517             
Beginn des öffentlichen Wirkens von Martin Luther


1521             
Bannung und Ächtung Luthers. Vorgehen der bayerischen Herzöge gegen reformatorische Bewegungen


1524             
Beschreibung des Bistums Freising durch Generalvikar Stephan Sunderndorfer ("Sunderndorfer Matrikel"): zweite Strukturübersicht mit erstmaliger Nennung aller Kirchenpatrozinien und Benefizien


16. Jh.
Gründung katholischer Reformorden: Kapuziner (gegründet 1528; seit 1600 in München), Jesuiten („Gesellschaft Jesu; gegründet 1534; seit 1559 in München, seit 1629 in Landshut, 1773 aufgehoben, 1814 wiederhergestellt)


1555             
Augsburger Religionsfriede; Anerkennung der konfessionellen Trennung (Festlegung der Konfession durch den Landesherrn, außer in geistlichen Fürstentümern)


1545-63        
Konzil von Trient als Reaktion auf die Reformation; nachfolgend: katholische Erneuerung und Liturgiereform, Anlage von Pfarrmatrikeln


1558-60        
Visitation der im Herzogtum Bayern gelegenen Teile der altbayerischen Bistümer durch eine herzoglich-bischöfliche Kommission; Visitationsprotokoll mit Informationen über das kirchliche Leben und alle Kirchen


1583             
erstes bayerisches Konkordat zwischen Herzog und den Bischöfen der Salzburger Kirchenprovinz; u.a.: Zusammenwirken bei Generalvisitationen, bei der Verwaltung des Kirchenvermögens und bei Prälatenwahlen


1648             
Westfälischer Friede zur Beendigung des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648); Bestätigung und Verfestigung der konfessionellen Trennung


17./18. Jh.    
Katholische Reform; Neubau und -ausstattung zahlreicher Kirchen


1702             
Beschreibung des Bistums Chiemsee (wie schon 1629)


1738/40        
Beschreibung des Bistums Freising durch Kanonikus Franz Joseph Anton Schmidt ("Schmidt'sche Matrikel"): ausführliche Beschreibung aller Kirchen mit Nennung von Altarpatrozinien, Benefizien, Bruderschaften, Wallfahrten etc.


1772/96        
Schematismen mit statistischen Übersichten des Erzbistums Salzburg


1801             
erster protestantischer Bürger Münchens; Ende der ausschließlichen Katholizität Bayerns (1803 Edikt über die Religionsfreiheit: freie Religionsausübung und gleiche bürgerliche Rechte für Katholiken, Lutheraner und Reformierte; Möglichkeit der Bildung evangelischer Gemeinden in bisher katholischen Gebieten)


1802/3          
Säkularisation; Aufhebung der geistlichen Fürstentümer; Enteignung und Auflösung aller Klöster und Stifte; Ende klösterlicher Inkorporations- und Präsentationsrechte an Pfarreien; nachfolgend: Abbruch "überzähliger" Kirchen, Neuorganisation von Pfarreien, staatliche Baulast an ehemals klösterlichen Kirchen; Vermögen der Kirchenstiftungen nicht betroffen


1806/08        
Beschreibung des Bistums Chiemsee


1817             
Konkordat zwischen dem Königreich Bayern und dem Hl. Stuhl zur Neuregelung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche; u.a.: Neuumschreibung der bayerischen Bistümer; Ernennung der Bischöfe durch den König; Übernahme klösterlicher Präsentationsrechte durch den Staat

Verlegung des Bischofssitzes von Freising nach München; Erhebung zum Erzbistum; starke Vergrößerung des Bistumsgebietes durch ehemals Salzburger bzw. Chiemseer Gebiete


1817/20        
Pfarrbeschreibungen aller Pfarreien des neu umschriebenen Bistumsgebietes, entsprechend der neuen Pfarr- und Dekanatsgliederung, mit Angaben zu allen Kirchen

Strukturübersicht und Ortslisten publiziert in der „Tabellarischen Beschreibung“ von Martin von Deutinger


1821             
Vollzug der Neuordnung der bayerischen Bistümer


1822 
Visitationsfragebögen für alle Pfarreien des Erzbistums mit Informationen über das kirchliche Leben


19.-20. Jh.    
Errichtung zahlreicher neuer Pfarreien und Bau neuer Kirchen; wiederholte Veränderung der Pfarreien- und Dekanatsgliederung

Entstehung neuer Orden und (Wieder-)Errichtung zahlreicher Klöster (v.a. mit seelsorglichen, sozialen, missionarischen und Bildungsaufgaben; z.B. Arme Schulschwestern 1833, Barmherzige Schwestern 1839)

Begründung zahlreicher kirchlicher Sozial- und Bildungseinrichtungen, kirchlicher Vereine und Verbände


1848             
Ende der Grundherrschaft und des Zehnten mit erheblichen Auswirkungen auf die Finanzierung von Klerus und Stiftungen


1874-84        
Beschreibung des Erzbistums München und Freising durch Anton Mayer und Georg Westermayer mit Strukturübersicht, Ortslisten, Angaben zu allen Kirchen, Bruderschaften und Stiftungen, Informationen zur Kirchen- und Ortsgeschichte


1924             
Konkordat zwischen dem Freistaat Bayern und dem Hl. Stuhl zur Neuregelung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche nach dem Ende der Monarchie; u.a.:

Ernennung der Bischöfe durch den Papst

Aufgabe der meisten staatlichen Präsentationsrechte zugunsten der Bischöfe


1962-65        
Zweites Vatikanisches Konzil, nachfolgend Kirchen- und Liturgiereform (mit Neugestaltung der Kircheneinrichtungen


1968             
Gliederung des Erzbistums München und Freising in 3 Seelsorgsregionen; seit 1970 Einrichtung von Pfarrverbänden im Erzbistum


2008             
Start des Projekts „Dem Glauben Zukunft geben“, u.a. mit Neustrukturierung der Seelsorgestellen; 2010 Festlegung des Strukturplans 2020 und des Orientierungsrahmens für neue Seelsorgeeinheiten